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Die Anfänge der Phytotherapie reichen bis in die Anfänge der Menschheit zurück. Aus archäologischen Funden wissen wir, dass bereits in der Steinzeit Birkenblätter, Eibisch, Kamille, Schafgarbe, Holunderbeeren, Spitzwegerich und Schlafmohn Verwendung fanden. Knochenfunde aus dieser Zeit zeigen, dass auch schwere Verletzungen, wie z. B. der Verlust von Gliedmaßen, nicht zwangsläufig zum Tod führten. Viele Patienten lebten oft noch jahrelang weiter.

Auch von den Kelten ist bekannt, dass sie Teile des Holunders bei verschiedenen Leiden verwendet haben. Einige Methoden haben sich bis heute erhalten, z. B.  Tee aus Holunderblüten, gekochtes Mus aus den Beeren.  Die Brennessel war für die Kelten ebenfalls eine besondere Pflanze.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) war eine der bedeutendsten naturheilkundlichen Personen des 12. Jahrhunderts in Europa. Ihre Werke „Causae et curae“  und „Physica“ haben der Naturheilkunde wichtige Impulse gegeben, z. B. den Einsatz von Bitterpflanzen.

Auch Paracelsus /(1493 – 1541) hat die europäische Naturheilkunde viel zu verdanken. Er war Arzt; die Herstellung von heilenden Arzneien war ihm sehr wichtig. Auf Paracelsus geht die Spagyrik zurück.

Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755 – 1843) war Arzt und gilt als der Begründer der Homöopathie.  Nach Hahnemann gehen Krankheiten auf eine krankhaft verstimmte Lebenskraft zurück.  In der Homöopathie wird die Arznei eingesetzt, die der Gesamtheit der Symptome des Patienten am ähnlichsten ist.

Sebastian Kneipp (1821 – 1897 hat u. a. die Werke „So sollt ihr leben“ und „Meine Wasserkur“ geschrieben. Außer der Heilkraft des Wassers hat er viele Heilpflanzen verwendet, die oft im eigenen Garten oder auf freiem Feld wachsen. Die von ihm verwendeten Pflanzen hatten dreifachen Wert: ungesunde kranke Stoffe im Innern aufzulösen, auszuleiten, danach den Organismus zu stärken. Einer seiner Leitsätze war „Die gelindeste, ob äußere oder innere Anwendung ist die beste.“

Der englische Arzt Dr. Edward Bach (1886 – 1936) entdeckte die Therapie mit Blütenessenzen. Er kam während seiner Tätigkeit als Arzt zur Erkenntnis, dass die eigentliche Ursache von Krankheiten im seelisch geistigen Bereich liegen.  Die Therapie mit Blütenessenzen hilft, blockierte Lebensenergien wieder zum Fließen zu bringen.

Dr. Pol Henry (1918 – 1988) gilt als Begründer der Gemmotherapie; er war ein belgischer Arzt. Die Knospen werden im Frühling geerntet. In dieser Zeit der höchsten Wachstumskraft enthalten sie das gesamte Potential der Pflanze.  In den Knospen finden sich beispielsweise andere Konzentrationen von Aminosäuren als in anderen Teilen der Pflanze.

In der Phytotherapie werden Arzneimittel aus ganzen Pflanzen oder Pflanzenteilen hergestellt, nicht nur aus isolierten einzelnen Wirkstoffen. Eine Therapie mit Heilpflanzen hilft dem Menschen nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern ebenso auf der psychischen Ebene.

Beispiele hierfür sind:

Tee, z.B. aus getrockneten Kräutern, mit heißem Wasser aufgegossen. Tee ist bei Indikationen hilfreich, die durch Wärme und Flüssigkeit positiv beeinflusst werden. Kräutertees sollten gezielt eingesetzt werden, nicht wahllos bzw. in zu großen Mengen oder über längere Zeit.
Urtinkturen; sie werden meist aus frischen Pflanzen hergestellt, die mit Hilfe von Alkohol extrahiert werden. Urtinkturen dienen als Basis für die Herstellung homöopathischer Arzneimittel.

Gemmo-Mazerate; hier werden ausschließlich Knospen, Triebspitzen und sehr junge Triebe verwendet und in einer Mischung aus Glycerin und Alkohol gelöst.

Auszugsöle, z.B. Johanniskrautöl. Ein Auszugsöl kann aus kaltgepresstem Öl z.B. aus Olivenöl und frischen Pflanzen selbst hergestellt werden.

Medizinalweine; sie sind eine alte Tradition und können ebenfalls selbst hergestellt werden.

Aromatherapie; ätherische Öle aus Pflanzen können als eigene Therapieform, aber auch als Ergänzung anderer Therapien verwendet werden. Wahrgenommene Gerüche kommen direkt in dem Teil des Gehirns an, das für Stimmungen und Gefühle zuständig ist, ohne dass vorher eine Filterung durch das Gehirn stattfindet. Durch ätherische Öle kann z B. die Ausschüttung von Serotonin, einem unserer Wohlfühlhormone, stimuliert werden.

Kurse . Infos . Termine
Nächster Vortrag Ernährung nach Kneipp aktueller denn je ? am Mittwoch, 07.11.18, 19 Uhr im Kunst- und Kulturhaus "Zum Gugger" Veranstalter Stamm-Kneipp-Verein e.V. Anmeldung unter 08247 9626370